Projekt

GESCHICHTE

Auch wenn viele tin* Personen in Österreichs Hauptstadt wohnen, sie einen wesentlichen Beitrag zur LGBTIQA+ und feministischen Bewegung leisten, es feministische und queere Archive gibt, ist die Geschichte von tin* Personen weiterhin wenig bekannt und öffentlich so gut wie nicht zugänglich. Die mobile TIN Werkstatt soll das ändern. Im Zentrum des Projektes steht eine mobile Werkstatt für dezentrale Workshops in ganz Wien.

Das Projekt baut auf einer 2024 im Queer Museum Vienna (QMV) gezeigten, partizipativen Installation zur Geschichte des TransAktivismus in Österreich auf. Die Materialen der Installation bekommen in der TIN* Werkstatt ein mobiles DIY-Zuhause, die partizipative Herangehensweise wird mit Workshops gestärkt, das Archiv wird mit Geschichte/n von inter* und nichtbinären
Personen erweitert.

AUFBAU

Die Mobile TIN* Werkstatt wird modular aufgebaut und ist damit erweiterbar, sowohl inhaltlich als auch räumlich. Diese Offenheit ermöglicht eine kontinuierliche Partizipation: Menschen können eigene Materialien, Perspektiven und Geschichten einbringen und somit aktiv an der Archivierung queerer Geschichte(n) mitwirken.

Durch diese Form der Mitgestaltung bleibt das Archiv lebendig und zukunftsfähig – es wächst mit jeder Nutzung weiter. Die Materialität des Archivs nimmt eine Werkstattästhetik auf: Es erinnert an Werkbänke, wie man sie aus alltäglichen Kontexten kennt – aus Schuppen, Garagen, Schulen oder gemeinschaftlichen Räumen. Sie verleiht dem Archiv einerseits eine Robustheit, die für den mobilen
Einsatz notwendig ist, andererseits schlägt sie eine Brücke zum Alltagsleben vieler Menschen und lädt zu einer kreativen und partizipativen Form von Archiven & Archivierung ein. Die Werkstatt als Symbol steht für Handarbeit, Aneignung und Selbstermächtigung – und genau darum geht es auch in diesem Projekt: um ein gemeinsames Arbeiten an Geschichte, um Zugänglichkeit und um eine offene, niedrigschwellige Form der Wissensvermittlung.

Die mobile tin* Werkstatt wird so nicht nur zu einem Ort des Erinnerns, sondern auch zu einem Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Weiterdenken – ein Werkzeug für kollektive
Erinnerungsarbeit im Hier und Jetzt.

ZIEL UND VISION

Das Projekt möchte sowohl einen bewegungsgeschichtlichen wie auch gesellschaftspolitischen Beitrag für die Stadt Wien leisten. Als interaktives Format lädt es Besucher_innen ein, das mobile Archiv zu ergänzen, neu zu sortieren, verschiedene, auch gegensätzliche Ordnungsmöglichkeiten auszuprobieren, Ambivalenzen auszuhalten … die Wiener TIN*-Geschichte mitzuschreiben.

Die Zwischenrufe, Korrekturen, Erweiterungen, Zusätze werden dokumentiert und ins TIN- Geschichte-Archiv aufgenommen. Damit nehmen tin Personen aktiv an der Einschreibung
der TIN*Geschichte Wiens teil und können ihre Geschichte/n selbst mitbestimmen.

Gleichzeitig ist das mobile Archiv ein Instrument der Wissensvermittlung: es kann an verschiedenen Orten aufgestellt werden, es macht die wichtige Rolle von tin* Personen in der Demokratiestadt Wien deutlich und regt die Zuseher_innen zum Mitmachen an. Durch den Einsatz in Schulen, Museen, Archiven, Festivals, Sozialzentren und Workshops trägt es zur Geschichtsschreibung als kritischen, partizipativen und kollektiven Prozess bei – dies stärkt demokratische Werte & Handlungen.

Langfristig hat das Projekt zum Ziel, der Wiener TIN-Geschichte/n mehr Sichtbarkeit zu verleihen und so neben Empowerment von tin Personen und ihren Verbündeten gegen den immer stärker werdenden Wind gegen tin* Personen und ihre Rechte anzukämpfen.
Weiters soll die o.g. Installation im QMV (2024) in der mobilen TIN-Archiv-Werkstatt einen dauerhaften und zugleich lebendigen Ort finden, der durch die Kooperation mit diversen Wiener Museen, Archiven und Bildungseinrichtungen dezentral so vielen Menschen wie möglich zur Verfügung stehen soll. Damit will das Projekt ein Auftakt sein für eine langfristige Verankerung der Vermittlung der Wiener TIN-Geschichte.

PROJEKTLEITUNG

Die Mobile tin* Werkstatt ist ein Projekt von Frederik Marroquín und Persson Perry Baumgartinger.
Mehr über Persson und Frederik findet ihr unter diesem Link zur Projektleitung-Seite.

FÖRDERUNG & KOOPERATIONEN

Das Projekt ist gefördert vom Büro für Mitwirkung der Stadt Wien.